VERIMARK®

Insektizid

Notfall-ZL

Wirkstoff:

200 g/l Cyantraniliprol (18,7 Gew.-%)

Formulierung:

Suspensionskonzentrat (SC)

Bienen:

nicht gefährdet (B3)
ArtikelnummerPackungsgrößen
10 x 1 l Umkarton

VERIMARK® enthält 200 g/l Cyantraniliprol, ein Wirkstoff aus der Gruppe der Diamide (Anthranilamide), deren Wirkungsmechanismus in die Gruppe 28 der IRAC (Insecticide Resistence Action Committee)-Klassifizierung eingestuft ist. Cyantraniliprol aktiviert den Ryanodin Rezeptor; dies bewirkt eine Entleerung der intrazellulären Kalziumvorräte. Als Folge treten Muskellähmung und letztendlich der Tod der Insekten ein. Cyantraniliprol wirkt hauptsächlich über orale Aufnahme (Lecken/Fraß/Saugen), aber auch Kontakt gegen verschiedene Entwicklungsstadien von Insekten. Der spezifische Wirkungsmechanismus unterscheidet sich deutlich von anderen Insektiziden und führt zu einem raschen Fraß-Stopp. Je nach Insektenart kann es bis zu 3 bis 6 Tage dauern bis der Tod der Insekten eintritt.

Vor Gebrauch gut schütteln.
Zur Vermeidung von Nachteilen ist die genaue Beachtung der Gebrauchsanleitung wichtig.
Sicherheitsdatenblatt

Wirkungsweise


Wirkungsmechanismus (IRAC-Gruppe) Cyantraniliprol: 28

Wirkungsspektrum

VON DER ZULASSUNGSBEHÖRDE FESTGESETZTE ANWENDUNGSGEBIETE UND ANWENDUNGSBESTIMMUNGEN

Pflanzen/ObjekteSchadorganismen/Zweckbestimmung
Kopfkohle, Blumenkohle zur Jungpflanzenanzucht und anschließendem Auspflanzen (Freiland und Gewächshaus)Kleine Kohlfliege (Delia radicum)

Anwendung

Anwendung

GEMÜSEBAU

Pflanzenerzeugnisse:Kopfkohle, Blumenkohle zur Jungpflanzenanzucht und anschließendem Auspflanzen (Freiland und Gewächshaus)
Schadorganismus/Zweckbestimmung:Kleine Kohlfliege (Delia radicum)
Anwendungsbereich: Gewächshaus
Stadium der Kultur: BBCH 12 bis BBCH 15
Max. Zahl der Behandlungen: In der Anwendung: 1
In der Kultur bzw. je Jahr: 1
Anwendungstechnik: gießen
Aufwandmenge: 15 ml/1000 Pflanzen
Maximaler Mittelaufwand 600 ml/ha (entsprechend maximal 40.000 Pflanzen pro ha)
Wasseraufwandmenge: in 2 bis 3 l pro 1000 Pflanzen
Anwendungshinweise: Die Behandlung erfolgt an Jungpflanzen vor dem Auspflanzen. Stellen Sie den pH-Wert im Gießbehälter auf 5-6 ein. Die empfohlene Aufwandmenge ist 15 ml VERIMARK® /1000 Jungpflanzen. Stellen Sie durch folgende Maßnahmen sicher, dass die gesamte Gießbrühe, die das Produkt enthält, von den Jungpflanzen aufgenommen wird: Bestimmen Sie zunächst die Wassermenge, die für eine gründliche Durchtränkung des Wurzelbereiches der Jungpflanzen erforderlich ist, ohne dass Gießflüssigkeit aus dem Boden der Anzuchtgefäße ausläuft. Vor der Behandlung sollten die Pflanzen möglichst 24 Stunden lang nicht mehr bewässert werden, um eine rasche Aufnahme der Gießlösung zu ermöglichen. Bringen Sie die Gießlösung durch Überbrausen der Jungpflanzen breitflächig bei niedrigem Druck aus, um sicherzustellen, dass die gesamte Gießlösung von den Blättern auf die Erde des Anzuchtgefäßes abtropft, aber nicht aus dem Anzuchtgefäß austritt. Waschen Sie in einem 2. Durchgang nur mit Wasser die Gießlösung, bevor sie antrocknen kann, von den Blättern der Jungpflanze auf die Erde ab.
Die Behandlung soll innerhalb von 3 Tagen vor dem Auspflanzen der Jungpflanzen ins Feld erfolgen.

Pflanzen nach der Behandlung und vor dem Verpflanzen ins Feld abtrocknen lassen. Beim Umgang mit behandelten Pflanzen: innerhalb von 4 Std. nach der Behandlung sind Schutzhandschuhe und Schutzkleidung zu tragen.

Mischen Sie kein anderes Produkt zu bei der Jungpflanzenbehandlung mit VERIMARK®. Überschreiten Sie nicht die Aufwandmenge von 15ml /1000 Jungpflanzen und die maximale Aufwandmenge von 600 ml/ha. Wenden Sie VERIMARK® maximal einmal pro Kultur an.

Nicht mehr als 150 g/ha des Wirkstoffes Cyantraniliprole pro Kalenderjahr ausbringen, unabhängig von der Formulierung und der verwendeten Applikationsmethode.
Wartezeit: Die Wartezeit ist durch die Anwendungsbedingungen und/oder die Vegetationszeit abgedeckt, die zwischen Anwendung und Nutzung (z.B. Ernte) verbleibt bzw. die Festsetzung einer Wartezeit in Tagen ist nicht erforderlich.

Mischbarkeit/Technik

Mischbarkeit

Mischen Sie kein anderes Produkt zu bei der Jungpflanzenbehandlung mit VERIMARK®.

Ansetzen der Spritzbrühe

Die verwendeten Ausbringungsgeräte müssen frei von Resten anderer Mittel sein. Wir empfehlen dringend, das Ausbringungsgerät entsprechend den Gebrauchsanleitungen vorher verwendeter Präparate zu reinigen.

Ansäuerung der Gießlösung:
Für sämtliche Bodenapplikationen mit VERIMARK® sollte der pH-Wert auf 5-6 eingestellt werden. Passen Sie den pH-Wert an, nachdem sämtliche Produkte in den Gießbehälter eingefüllt und vermischt wurden. Einmal hergestellt, kann die Gießbrühe vor dem Start der Anwendung bis zu 8 Stunden aufbewahrt werden. Gießbrühe nicht über Nacht stehen lassen!

1. Lassen Sie Ihre Ausbringungsgeräte regelmäßig auf einem Prüfstand kontrollieren und einstellen.
2. Füllen Sie den Tank mit der Hälfte der benötigten Wassermenge.
3. Schütteln Sie VERIMARK® gut durch und messen Sie die benötigte Menge ab.
4. Geben Sie die abgemessene Menge VERIMARK® in den Gießbehälter.
5. Falls Sie ein weiteres Produkt zumischen möchten, achten Sie darauf, dass sich vor Zugabe des Mischpartners das erste Produkt vollständig gelöst hat.
6. Geben Sie danach das Säuerungsmittel zur Einstellung von pH 5-6 hinzu.
7. Bitte beachten Sie die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner.
8. Füllen Sie abschließend die restliche Wassermenge bei laufendem Rührwerk auf.
9. Bringen Sie die Gießflüssigkeit sofort nach dem Ansetzen aus.
10. Gießbrühe nicht über Nacht stehen lassen!

Resistenzmanagement

Wirkungsmechanismus (IRAC-Gruppe): 28
Wenn Insektizide mit dem gleichen Wirkungsmechanismus wiederholt oder mehrere Jahre auf dem gleichen Feld eingesetzt werden, können natürlich vorkommende, weniger empfindliche Arten überleben, sich verbreiten und in dem Feld dominant werden. Einige Insekten haben Resistenzen gegenüber handelsüblichen Produkten entwickelt. Treten solche Resistenzen auf, reichen die empfohlenen Aufwandmengen der entsprechenden Produkte nicht aus, um die Populationen unter der wirtschaftlichen Schadensschwelle zu halten. Die Entwicklung von Resistenzen kann vermieden oder verzögert werden, indem andere Mittel mit verschiedenen Wirkungsmechanismen im Wechsel oder in Tankmischung eingesetzt werden.

VERIMARK® enthält den Wirkstoff Cyantraniliprol, dessen Wirkungsmechanismus in die Gruppe 28 (Ryanodine Rezeptor Modulator), Untergruppe Diamide, der IRAC-Klassifizierung eingestuft ist.

Wiederholte und ausschließliche Anwendung von VERIMARK® oder anderen Insektiziden der Gruppe 28 können zur Bildung resistenter Insektenstämme in etlichen Kulturen führen. Es wird daher empfohlen, VERIMARK® als Bestandteil der lokalen Resistenzmanagementstrategien für die entsprechenden Anwendungsbereiche zu etablieren, einschließlich kulturtechnischer und biologischer Bekämpfungsverfahren sowie Wechsel von Insektiziden mit verschiedenen Wirkungsweisen gegen nachfolgende Generationen.

Folgende Maßnahmen werden zur Vermeidung oder Verzögerung einer Resistenzbildung gegenüber VERIMARK® und Insektiziden der IRAC-Gruppe 28 empfohlen:
* Gegen aufeinanderfolgende Schädlingsgenerationen keine Wirkstoffe mit demselben Wirkungsmechanismus (gleiche IRAC Gruppe) verwenden.
* Nicht mehr als 2 Behandlungen mit VERIMARK® oder anderen Insektiziden aus der IRAC-Gruppe 28 pro Schädlingsgeneration und Kultur während eines Behandlungszeitraumes von 30 Tagen. Gegen die darauffolgende Generation müssen wirksame Insektizide mit einem anderen Wirkungsmechanismus eingesetzt werden (andere als IRAC Gruppe 28).
* Keine niedrigeren als die im Etikett von VERIMARK® angegebenen Aufwandmengen verwenden. Dies gilt auch für die Anwendung in Mischungen.
* Wenn möglich, soll der Einsatz gegen die empfindlichsten Insektenstadien erfolgen.
* Insektenpopulationen sind in Bezug auf Wirkungsabfall im Feld zu überwachen. Wenn Resistenzen festgestellt werden, ist die Wirksamkeit, auch mit anderen Präparaten der gleichen Wirkungsweise, nicht mehr gewährleistet.
* Wenn unzureichende Wirksamkeit nicht ungünstigen Anwendungs- oder Wetterbedingungen zugeordnet werden können, ist die Bildung resistenter Insektenstämme nicht auszuschließen. Fordern Sie Beratung an, wenn der Verdacht auf Resistenz besteht.

Zusätzliche Informationen zu Resistenz, Wirkungsweise und Überwachung sind auf der Webseite des Insecticide Resistance Action Committee (IRAC) unter http://www.irac-online.org zu finden.

Umweltverhalten

Nutzorganismen

NB663 Aufgrund der durch die Zulassung festgelegten Anwendungen des Mittels werden Bienen nicht gefährdet (B3). NN3001 Das Mittel wird als schädigend für Populationen relevanter Nutzinsekten eingestuft.
NN1002 Das Mittel wird als nicht schädigend für Populationen relevanter Raubmilben und Spinnen eingestuft.

Wasserorganismen

NW262 Das Mittel ist giftig für Algen. NW264 Das Mittel ist giftig für Fische und Fischnährtiere.

Gewässerschutz

Beachten Sie bitte die Anwendungsbestimmungen zum Anwenderschutz (siehe gesonderten Abschnitt "Von der Zulassungsbehörde festgesetzte Anwendungsbestimmungen")

Saumstrukturen

Beachten Sie bitte die Anwendungsbestimmungen zum Schutz von Saumstrukturen (siehe gesonderten Abschnitt "Von der Zulassungsbehörde festgelegte Anwendungsbestimmungen").

Anwenderschutz


Hinweise für den sicheren Umgang

SB001 Jeden unnötigen Kontakt mit dem Mittel vermeiden. Missbrauch kann zu Gesundheitsschäden führen.
SB005 Ist ärztlicher Rat erforderlich, Verpackung oder Etikett des Produktes bereithalten.
SB010 Für Kinder unzugänglich aufbewahren.
SB111 Für die Anforderungen an die persönliche Schutzausrüstung beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel sind die Angaben im Sicherheitsdatenblatt und in der Gebrauchsanweisung des Pflanzenschutzmittels sowie die BVL-Richtlinie "Persönliche Schutzausrüstung beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln" des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (www.bvl.bund.de) zu beachten.
SB166 Beim Umgang mit dem Produkt nicht essen, trinken oder rauchen.
SS206 Arbeitskleidung (wenn keine spezifische Schutzkleidung erforderlich ist) und festes Schuhwerk (z.B. Gummistiefel) tragen bei der Ausbringung/Handhabung von Pflanzenschutzmitteln.

Anwendungsbestimmung

Von der Zulassungsbehörde festgesetzte Anwendungsbestimmungen

(NW468) Anwendungsflüssigkeiten und deren Reste, Mittel und dessen Reste, entleerte Behältnisse oder Packungen sowie Reinigungs- und Spülflüssigkeiten nicht in Gewässer gelangen lassen. Dies gilt auch für indirekte Einträge über die Kanalisation, Hof- und Straßenabläufe sowie Regen- und Abwasserkanäle.


(NZ113) Anwendung nur in Gewächshäusern auf vollständig versiegelten Flächen, die einen Eintrag des Mittels in den Boden ausschließen.


(NZ114) Bei der Anwendung des Mittels entstehen Anwendungsflüssigkeiten, die mindestens einen Stoff enthalten, der für Gewässer als gefährlich eingestuft wird. Die Anwendungsflüssigkeiten müssen durch geeignete Auffangsysteme gesammelt und gemäß den Vorgaben des Kreislaufwirtschaftsgesetzes (KrWG) fachgerecht entsorgt werden. Dies gilt auch für Restflüssigkeiten, die beim Abtropfen nach einer Behandlung anfallen.


(SF179-1) Nachfolgearbeiten auf/in behandelten Kulturen dürfen grundsätzlich erst 24 Stunden nach der Ausbringung des Mittels durchgeführt werden. Innerhalb von 48 Stunden sind dabei der Schutzanzug gegen Pflanzenschutzmittel und Schutzhandschuhe (Pflanzenschutz) zu tragen.


(SS110-1) Beim Umgang mit dem unverdünnten Mittel sind Schutzhandschuhe (Pflanzenschutz) zu tragen.


(SS2101) Schutzanzug gegen Pflanzenschutzmittel und festes Schuhwerk (z.B. Gummistiefel) tragen beim Umgang mit dem unverdünnten Mittel.

Erste Hilfe

Erste Hilfe Maßnahmen

Allgemeine Hinweise: Nie einer ohnmächtigen Person etwas durch den Mund einflößen.
Einatmen: An die frische Luft bringen. Nach schwerwiegender Einwirkung Arzt hinzuziehen. Künstliche Beatmung und/oder Sauerstoff kann notwendig sein.
Hautkontakt: Beschmutzte Kleidung und Schuhe sofort ausziehen. Sofort mit Seife und viel Wasser abwaschen. Beim Auftreten von Hautreizungen oder allergischen Reaktionen einen Arzt hinzuziehen. Beschmutzte Kleidung vor Wiedergebrauch waschen.
Augenkontakt: Vorhandene Kontaktlinsen, wenn möglich, entfernen. Auge offen halten und langsam und behutsam während 15-20 Minuten mit Wasser ausspülen. Bei anhaltender Augenreizung einen Facharzt aufsuchen.
Verschlucken: Sofort einen Arzt oder ein Behandlungszentrum für Vergiftungsfälle verständigen. KEIN Erbrechen herbeiführen außer auf Anweisung des Arztes oder des Behandlungszentrums für Vergiftungsfälle. Ist der Verunfallte bei Bewusstsein: Mund mit Wasser ausspülen.

Hinweise für den Arzt:

Symptomatische Behandlung

Lagerung/Entsorgung/Hinweise

Lagerung

Anforderungen an Lagerräume und Behälter:
An einem Platz lagern, der nur berechtigten Personen zugänglich ist. Im Originalbehälter lagern. In korrekt beschrifteten Behältern aufbewahren. Behälter dicht geschlossen an einem trockenen, kühlen und gut gelüfteten Ort aufbewahren. Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen. Von Nahrungsmitteln, Getränken und Futtermitteln fernhalten.
Zusammenlagerungshinweise:
Nicht zusammen mit starken Oxidationsmitteln lagern. Zusätzlich ist die Einschränkung der Zusammenlagerung gemäß TRGS 510 zu beachten.

Entsorgung

Leere Verpackungen nicht weiter verwenden. Vollständig entleerte, gespülte und trockene (austropfen lassen) Verpackungen sind an den autorisierten Sammelstellen des kostenlosen Entsorgungssystems PAMIRA® mit separiertem Verschluss abzugeben (Behälter über 50 Liter sind zu durchtrennen). Informationen zu Zeitpunkt und Ort der Sammlungen erhalten Sie von Ihrem Händler, aus der regionalen Presse oder im Internet unter www.pamira.de.
Produktreste nicht in den Hausmüll geben, sondern in Originalverpackungen über das kostenpflichtige PRE® -System entsorgen (PRE: Pflanzenschutzmittel Rücknahme und Entsorgung, kostenlose Hotline 0800 3086001 oder www.pre-service.de). Zur Entsorgung über den Sondermüll Ihres Wohnortes erhalten Sie weitere Auskünfte bei Ihrer Stadt- oder Kreisverwaltung.

Einstufung und Kennzeichnung gemäß CLP

Haftung

Zulassungsinhaber: Cheminova Deutschland GmbH & Co. KG Stader Elbstraße 28D 21683 Stade
Beratungsnummer

Vertriebspartner: Cheminova Deutschland GmbH & Co. KG Stader Elbstraße 28D 21683 StadeTelefon (04141) 9204-0